ich war begeistert, als der chef mir seine idee geschildert hat:
der 1. mai ist auch in china der tag der arbeit. wir wollen daher einige portraits aus der arbeitswelt bringen. den anfang sollte ich machen. zum einläuten des wochenendes ging es in einen massagesalon, mit der kollegin als dolmetscherin. während meine beine da verprüge...verzeihung, massiert wurden, durfte ich munter fragen stellen.
massagemeister chen guodong liebt seinen job.
nun fürchten in china ja gerade mehr als 20 millionen wanderarbeiter um ihre existenz. so disktutierte ich mit den beiden anderen deutschen, die im rahmen des programms hier sind, freitag abend beim bier. war es absicht von der redaktion, mich zu einem solchen positiv-beispiel zu bringen? ich hoffe und denke nicht.
p.s: wie ich gerade sehe, wurde der schluß wegredigiert. dieses platte ende war also so nicht angedacht.
Dienstag, 31. März 2009
Donnerstag, 26. März 2009
zum lachen vor die tür...
musste ich eben, als ich diesen text bei unseren gebäudenachbarn von 'china heute' entdeckt habe. über die kulturschocks einer chinesin in deutschland.etwas länger, macht aber großen spaß.
Dienstag, 24. März 2009
windschaden
ja, es war leicht windig heute. ich kann mich aber auch an wesentlich schlimmere tage erinnern, in denen der wind aus richtunng mongolei sich anfühlte, wie frisch geschliffene messerklingen.
an was ich da eben im dunkeln vorbeigelaufen bin, ich weiß nicht, ob ich darüber lachen kann, oder ob es mich eher ängstigen sollte....


das war der strommast, der quasi direkt unter meinem fenster, mitten auf dem hof, stand. jedenfalls heute morgen noch. ein durchschnittlicher strommast chinesischer bauart, unter so einem geht man pro tag dutzende male durch. wenn die leichte brise von heute schon reicht, ihn kippen zu lassen, dann achte ich wohl ab jetzt besser auf meine wegroute. ein auto oder ähnliches kann es kaum gewesen sein. im 5 meter- radius befindet sich nichts um diesen mast herum, da müsste sich schon jemand sehr ungünstig verfahren haben. aus einem merkwürdigen winkel noch dazu und mit einem geländewagen. die bruchstelle passt nicht zu motorhaube oder kofferraum eines normalen pkw.
eigentlich wollte ich morgen früh bei tageslicht den schaden fotographieren, habe es aber eben intuitiv im dunklen gemacht. kaum in der wohnung angekommen, höre ich ein merkwürdiges klopfen. es ist nach 20 uhr, es ist stockdunkel und dort stehen nun vier männer, ausgerüstet mit hämmern, um auf den umgekipppten strommast einzuschlagen. ein fünfter hält eine taschenlampe. keine baustellenlampe, eine taschenlampe. bin gespannt, wie das ganze morgen früh aussieht.
an was ich da eben im dunkeln vorbeigelaufen bin, ich weiß nicht, ob ich darüber lachen kann, oder ob es mich eher ängstigen sollte....


das war der strommast, der quasi direkt unter meinem fenster, mitten auf dem hof, stand. jedenfalls heute morgen noch. ein durchschnittlicher strommast chinesischer bauart, unter so einem geht man pro tag dutzende male durch. wenn die leichte brise von heute schon reicht, ihn kippen zu lassen, dann achte ich wohl ab jetzt besser auf meine wegroute. ein auto oder ähnliches kann es kaum gewesen sein. im 5 meter- radius befindet sich nichts um diesen mast herum, da müsste sich schon jemand sehr ungünstig verfahren haben. aus einem merkwürdigen winkel noch dazu und mit einem geländewagen. die bruchstelle passt nicht zu motorhaube oder kofferraum eines normalen pkw.
eigentlich wollte ich morgen früh bei tageslicht den schaden fotographieren, habe es aber eben intuitiv im dunklen gemacht. kaum in der wohnung angekommen, höre ich ein merkwürdiges klopfen. es ist nach 20 uhr, es ist stockdunkel und dort stehen nun vier männer, ausgerüstet mit hämmern, um auf den umgekipppten strommast einzuschlagen. ein fünfter hält eine taschenlampe. keine baustellenlampe, eine taschenlampe. bin gespannt, wie das ganze morgen früh aussieht.
empty nesters
meine eltern haben mit chinesischen eltern etwas gemeinsam, nämlich ihr schicksal als 'empty nesters'.
1979 führte der nationale volkskongress die ein-kind-politik eín, um das rasante bevölkerungswachstum chinas zu stoppen. nach ansicht maos, der 1949 die vr china gründete und bis zu seinem tod 1976 regierte, maß sich die stärke einer nation an ihrer bevölkerungsgröße. so hatte in den 70ern eine frau in china noch bis zu 6 kinder. ausnahmen von der der ein-kind-regelung gab es schon immer. für ehepaare ethnischer minderheiten oder für die landbevölkerung. ist das erste kind einer bauernfamilie ein mädchen, so darf sie ein zweites kind bekommen. denn mädchen heiraten normalerweise und treten damit zur familie des mannes über. eine weitere ausnahme gibt es für ehepaare aus zwei einzelkindern, auch die dürfen zwei kinder bekommen. geld macht ohnehin weitere ausnahmen möglich.
neben den großen sozialen problemen, die diese politik allmählich mit sich bringt, dem männerüberschuss- mädchen wurden nicht selten abgetrieben oder getötet- und der überalterung der bevölkerung, bricht für die einzelkind-eltern oft die welt zusammen, verlässt der einzige sproß das elterliche nest.
sagt cctv, das heute morgen zur frühstückszeit einen anrührenden beitrag über 'empty nesters' brachte. diese sollen sich hobbies suchen, mal wieder vor die tür gehen und freundschaften zu anderen eltern schließen. der beitrag zeigte das vorbild eines vaters, der froh darüber ist, dass sein sohn für 3 jahre aus dem haus war.nun hat er sein studium beendet, kommt wieder zurück und der vater steht im zimmer des sohnes, staubt die bilderrahmen ab,ist in heller aufregung. dabei betont er aber, wie wichtig es für ihn sei, dass der sohn das haus verlassen habe. schließlich habe er so zu seinen alten hobbies wiedergefunden, alte freundschaften aufgefrischt und sich weiterentwickelt.
meine eltern fristen nun schon seit 4 jahren ein empty-nester-dasein. ich finde, es wird zeit, für ein dankeschön. gebe ich ihnen schließlich so die chance sich weiterzuentwicklen und ein eigenständiges leben mit hobbies und freizeit zu führen.
'bist du eigentlich einzelkind?' ist übrigens kein guter gesprächseinstieg in china.
die chinesische praktikantin der englischen 'beijing review' dachte ihren blicken nach zu urteilen jedenfalls, ich wolle sie verschaukeln. oute ich mich dann aber als einzelkind, sind die chinesischen symphatien ganz auf meiner seite....
1979 führte der nationale volkskongress die ein-kind-politik eín, um das rasante bevölkerungswachstum chinas zu stoppen. nach ansicht maos, der 1949 die vr china gründete und bis zu seinem tod 1976 regierte, maß sich die stärke einer nation an ihrer bevölkerungsgröße. so hatte in den 70ern eine frau in china noch bis zu 6 kinder. ausnahmen von der der ein-kind-regelung gab es schon immer. für ehepaare ethnischer minderheiten oder für die landbevölkerung. ist das erste kind einer bauernfamilie ein mädchen, so darf sie ein zweites kind bekommen. denn mädchen heiraten normalerweise und treten damit zur familie des mannes über. eine weitere ausnahme gibt es für ehepaare aus zwei einzelkindern, auch die dürfen zwei kinder bekommen. geld macht ohnehin weitere ausnahmen möglich.
neben den großen sozialen problemen, die diese politik allmählich mit sich bringt, dem männerüberschuss- mädchen wurden nicht selten abgetrieben oder getötet- und der überalterung der bevölkerung, bricht für die einzelkind-eltern oft die welt zusammen, verlässt der einzige sproß das elterliche nest.
sagt cctv, das heute morgen zur frühstückszeit einen anrührenden beitrag über 'empty nesters' brachte. diese sollen sich hobbies suchen, mal wieder vor die tür gehen und freundschaften zu anderen eltern schließen. der beitrag zeigte das vorbild eines vaters, der froh darüber ist, dass sein sohn für 3 jahre aus dem haus war.nun hat er sein studium beendet, kommt wieder zurück und der vater steht im zimmer des sohnes, staubt die bilderrahmen ab,ist in heller aufregung. dabei betont er aber, wie wichtig es für ihn sei, dass der sohn das haus verlassen habe. schließlich habe er so zu seinen alten hobbies wiedergefunden, alte freundschaften aufgefrischt und sich weiterentwickelt.
meine eltern fristen nun schon seit 4 jahren ein empty-nester-dasein. ich finde, es wird zeit, für ein dankeschön. gebe ich ihnen schließlich so die chance sich weiterzuentwicklen und ein eigenständiges leben mit hobbies und freizeit zu führen.
'bist du eigentlich einzelkind?' ist übrigens kein guter gesprächseinstieg in china.
die chinesische praktikantin der englischen 'beijing review' dachte ihren blicken nach zu urteilen jedenfalls, ich wolle sie verschaukeln. oute ich mich dann aber als einzelkind, sind die chinesischen symphatien ganz auf meiner seite....
Montag, 23. März 2009
798 art district
beim stichwort `kunst` in verbindung mit china kamen mir bisher eher kalligraphien, motive wie karpfen oder drachen, bronze und keramik in den kopf.
moderne skultpuren oder schreiende neonfarben als auseinandersetzung mit der geschichte des landes weniger. am äußersten ende der stadt befindet sich ein altes fabrikgelände, dass jede minute der langen anfahrt wert ist, die 798 art gallery. auf dem weitläufigen, auf den ersten blick verfallen wirkenden areal gibt es fast in jeder ecke eine andere gallerie, installation oder skulptur zu entdecken.
das publikum ist jung, die cafés gemütlich und so kann man sicher tage dort verbringen. impressionen meiner 5 stunden vom vergangenen samstag:








viele der künstler sprechen zu meiner freude englisch. schon in halle 2 kam ich mit julie ins gespräch, einer schmuckdesignerin aus beijing:

julie ist vergangene woche von ihrer europa-reise zurückgekehrt. und wo war sie? in vienna, paris& BREMEN! schnell klappte sie ihren laptop auf und präsentierte mir ihre bilder mit roland, rathaus und den stadtmusikanten. wie soll sich da kein heimweh einschleichen?
sie ist begeistert von stadt, architektur und luft dort. unterschreibe ich doch sofort.
über eine stunde saß ich mit ihr in ihrer gallerie und kurz darauf kamen wir auf ernsthaftere themen zu sprechen: julie zeigte mir bilder, die offensichtlich auf der straße lebende jugendliche zeigten und fragte nach einer erklärung dafür, so etwas kenne sie aus china nicht.
weiter ging es mit einer nicht minder schweren frage: warum berichtet ihr so schlecht und einseitig über china? eine frage, die auch die journalisten hier häufig stellen.
leider konnte ich beide fragen auf die schnelle nicht wirklich befriedigend beantworten. ein weiterer grund, bald wieder zum 798 zu fahren.
moderne skultpuren oder schreiende neonfarben als auseinandersetzung mit der geschichte des landes weniger. am äußersten ende der stadt befindet sich ein altes fabrikgelände, dass jede minute der langen anfahrt wert ist, die 798 art gallery. auf dem weitläufigen, auf den ersten blick verfallen wirkenden areal gibt es fast in jeder ecke eine andere gallerie, installation oder skulptur zu entdecken.
das publikum ist jung, die cafés gemütlich und so kann man sicher tage dort verbringen. impressionen meiner 5 stunden vom vergangenen samstag:








viele der künstler sprechen zu meiner freude englisch. schon in halle 2 kam ich mit julie ins gespräch, einer schmuckdesignerin aus beijing:

julie ist vergangene woche von ihrer europa-reise zurückgekehrt. und wo war sie? in vienna, paris& BREMEN! schnell klappte sie ihren laptop auf und präsentierte mir ihre bilder mit roland, rathaus und den stadtmusikanten. wie soll sich da kein heimweh einschleichen?
sie ist begeistert von stadt, architektur und luft dort. unterschreibe ich doch sofort.
über eine stunde saß ich mit ihr in ihrer gallerie und kurz darauf kamen wir auf ernsthaftere themen zu sprechen: julie zeigte mir bilder, die offensichtlich auf der straße lebende jugendliche zeigten und fragte nach einer erklärung dafür, so etwas kenne sie aus china nicht.
weiter ging es mit einer nicht minder schweren frage: warum berichtet ihr so schlecht und einseitig über china? eine frage, die auch die journalisten hier häufig stellen.
leider konnte ich beide fragen auf die schnelle nicht wirklich befriedigend beantworten. ein weiterer grund, bald wieder zum 798 zu fahren.
Sonntag, 22. März 2009
"an icon on resistance of censorship"
ein alpaka-kamel als symbol gegen online-zensur.
nach 3 wochen in beijing habe ich mich so weit eingelebt, dass es zeit wird, mich auf die recherche zur bachelor-arbeit zu konzentrieren: chinesische blogger, weblogs, zensur. eine konkrete richtung wird das ganze hoffentlich kommendes wochenende annehmen, wenn ich mich zu einem ersten interview mit einem blogger treffe.durch diesen blogger wurde auf den fall eines wortspiels aufmerksam, mit dem chinas zensoren an der nase herumgeführt wurden.
auf den ersten blick, nämlich beim blick auf die chinesischen schriftzeichen, ist es ein harmloses kinderlied. der kampf eines kamels gegen die bösen flußkrabben, die sich auf seinem gebiet ausbreiten.
im gesprochenen chinesisch aber ein geniales wortspiel, dass das engmaschige zensurnetz (zwischen 30.000-40.000 zensoren filtern das chinesische netz) umgehen konnte:
"the grass-mud horse" klingt nach schmutzigen schimpfwörtern. " river crab" klingt im chinesischen wie "harmony". und harmonie ist das gebot der stunde, gilt unter staatspräsident hu jintao doch das gebot der "harmonischen gesellschaft". chinesische blogger sprechen daher davon, "harmonisiert" geworden zu sein, wenn sie zensiert wurden.
der clou des über youtube und andere online-kanäle vertriebenen clips ist also, dass er ein protestsong gegen zensur und verordnete internetharmonie ist, aber durch die harmlosen schriftzeichen nicht auffiel, denn im gesprochenen chinesisch kommt es maßgeblich auf die betonung der silben an.
schaut euch den clip an, ich habe tränen lachen müssen!
bei der ny-times gibt es die ganze geschichte nochmal zum nachlesen.
ich hoffe, das ging nicht schon groß durch deutsche medien, hab jedenfalls auf deutschen websites nichts dazu gelesen....
nach 3 wochen in beijing habe ich mich so weit eingelebt, dass es zeit wird, mich auf die recherche zur bachelor-arbeit zu konzentrieren: chinesische blogger, weblogs, zensur. eine konkrete richtung wird das ganze hoffentlich kommendes wochenende annehmen, wenn ich mich zu einem ersten interview mit einem blogger treffe.durch diesen blogger wurde auf den fall eines wortspiels aufmerksam, mit dem chinas zensoren an der nase herumgeführt wurden.
auf den ersten blick, nämlich beim blick auf die chinesischen schriftzeichen, ist es ein harmloses kinderlied. der kampf eines kamels gegen die bösen flußkrabben, die sich auf seinem gebiet ausbreiten.
im gesprochenen chinesisch aber ein geniales wortspiel, dass das engmaschige zensurnetz (zwischen 30.000-40.000 zensoren filtern das chinesische netz) umgehen konnte:
"the grass-mud horse" klingt nach schmutzigen schimpfwörtern. " river crab" klingt im chinesischen wie "harmony". und harmonie ist das gebot der stunde, gilt unter staatspräsident hu jintao doch das gebot der "harmonischen gesellschaft". chinesische blogger sprechen daher davon, "harmonisiert" geworden zu sein, wenn sie zensiert wurden.
der clou des über youtube und andere online-kanäle vertriebenen clips ist also, dass er ein protestsong gegen zensur und verordnete internetharmonie ist, aber durch die harmlosen schriftzeichen nicht auffiel, denn im gesprochenen chinesisch kommt es maßgeblich auf die betonung der silben an.
schaut euch den clip an, ich habe tränen lachen müssen!
bei der ny-times gibt es die ganze geschichte nochmal zum nachlesen.
ich hoffe, das ging nicht schon groß durch deutsche medien, hab jedenfalls auf deutschen websites nichts dazu gelesen....
Donnerstag, 19. März 2009
die sache mit dem taschentuch
okay, da war er. einer dieser kurzen momente der fassungslosigkeit in einem fremden land.
dass in china papiertaschentücher als unhygienisch gelten- schließlich trägt man mit tempos seine eigenen viren in der tasche spazieren- und man sich gerne mal seines nasen- oder lungeninhalts auf offener straße entleert, ist ja kein geheimnis. olympia und die damit einhergehenden erziehungsmaßnahmen der regierung haben aber deutlich gefruchtet, sagt mir mein vorher-nachher-empfinden. bei meinem ersten peking-aufenthalt wurde jedenfalls mehr und willkürlicher umhergespuckt.
mittlerweile schaut man nach links und rechts und wartet, bis man keinen fuß trifft. daran habe ich mich längst gewöhnt, wenn ich auch weiterhin taschentücher bevorzuge.
vor kurzem habe ich nun aber ein kleines fitness-studio mit integriertem schwimmbad aufgetan. zur begrüßung hat die gute frau neben mir ihren lungeninhalt zur abwechslung mal im wasser entsorgt. schockstarre meinerseits in den darauffolgenden minuten. dann ging es wieder und ich bin tapfer weitergeschwommen. mit der kleinen tochter der guten frau habe ich mir sogar noch eine wasserschlacht geliefert.
als ich aus dem wasser kam fiel mir allerdings auf, dass chlor in china kein üblicher wasserzusatz zu sein scheint. das war es dann, was mich wirklich beunruhigt hat.
toleranz für die andere kultur, immer das warum hinterfragen- da soll noch jemand behaupten, ich hätte aus den zahlreichen "interkulturelle kompetenz"-seminaren der letzten jahre nichts mitgenommen ;)
dass in china papiertaschentücher als unhygienisch gelten- schließlich trägt man mit tempos seine eigenen viren in der tasche spazieren- und man sich gerne mal seines nasen- oder lungeninhalts auf offener straße entleert, ist ja kein geheimnis. olympia und die damit einhergehenden erziehungsmaßnahmen der regierung haben aber deutlich gefruchtet, sagt mir mein vorher-nachher-empfinden. bei meinem ersten peking-aufenthalt wurde jedenfalls mehr und willkürlicher umhergespuckt.
mittlerweile schaut man nach links und rechts und wartet, bis man keinen fuß trifft. daran habe ich mich längst gewöhnt, wenn ich auch weiterhin taschentücher bevorzuge.
vor kurzem habe ich nun aber ein kleines fitness-studio mit integriertem schwimmbad aufgetan. zur begrüßung hat die gute frau neben mir ihren lungeninhalt zur abwechslung mal im wasser entsorgt. schockstarre meinerseits in den darauffolgenden minuten. dann ging es wieder und ich bin tapfer weitergeschwommen. mit der kleinen tochter der guten frau habe ich mir sogar noch eine wasserschlacht geliefert.
als ich aus dem wasser kam fiel mir allerdings auf, dass chlor in china kein üblicher wasserzusatz zu sein scheint. das war es dann, was mich wirklich beunruhigt hat.
toleranz für die andere kultur, immer das warum hinterfragen- da soll noch jemand behaupten, ich hätte aus den zahlreichen "interkulturelle kompetenz"-seminaren der letzten jahre nichts mitgenommen ;)
"denk dir einfach, es seien schweinshaxen"
leseranfragen komme ich natürlich sofort nach. vor allem, wenn sie von ehemaligen mitbewohnern stammen, die kulinarische experimente verlagen :)
heute abend stand wieder etwas besonders auf dem speiseplan. zum abendessen hatte ein journalist der chinesischen medienbotschafter-gruppe in ein traditionelles restaurant geladen. gewöhnlich überlässt man dem gastbeber die wahl der speisen, die auf dem großen, runden drehteller in der mitte des tisches platziert werden. jeder probiert von allem und es wird fleißg am teller gedreht. diese gesellige art zu essen schätze ich sehr, gehöre ich doch zu den menschen, die grundsätzlich immer der meinung sind, dass das essen der anderen besser aussieht, als das eigene und am liebsten ständig tauschen würden.
wir deutschen wurden nach präferenzen befragt. meine bedingung war lediglich, dass keine hühnerfüße serviert werden. die heißen in china übrigens phoenix-füße, wie man mich belehrte. klingt doch gleich viel besser.
stattdessen kamen schweinefüße auf den tisch, was der chinesische gastgeber auch erst im moment des servierens bekanntgab. der andere deutsche kollege dankte mit verweis auf negativ-erfahrungen sofort ab. pflichtbewusst versprach ich daher, ein füßchen zu essen. in der kantine konnte ich dieser delikatesse ja noch ausweichen....
nachdem ich mich eine halbe stunde lang an leckerer ente, großartigen krabben, chinakohl und warmen litschis festgehalten hatte, war die minute der wahrheit gekommen.

fußbeschwörung, während von chinesischer seite der rat erfolgt: "stell dir einfach vor, es sei eine schweinshaxe, die isst man doch in deutschland gerne."

urteil: einmal war ok, ein zweites mal wird es nicht. aber um welten besser als hühnerfüße.
ich kann übrigens schon erstaunlich gut mit stäbchen essen. wie charmant dieses kompliment jetzt wirklich war, darüber rätsel ich noch.
heute abend stand wieder etwas besonders auf dem speiseplan. zum abendessen hatte ein journalist der chinesischen medienbotschafter-gruppe in ein traditionelles restaurant geladen. gewöhnlich überlässt man dem gastbeber die wahl der speisen, die auf dem großen, runden drehteller in der mitte des tisches platziert werden. jeder probiert von allem und es wird fleißg am teller gedreht. diese gesellige art zu essen schätze ich sehr, gehöre ich doch zu den menschen, die grundsätzlich immer der meinung sind, dass das essen der anderen besser aussieht, als das eigene und am liebsten ständig tauschen würden.
wir deutschen wurden nach präferenzen befragt. meine bedingung war lediglich, dass keine hühnerfüße serviert werden. die heißen in china übrigens phoenix-füße, wie man mich belehrte. klingt doch gleich viel besser.
stattdessen kamen schweinefüße auf den tisch, was der chinesische gastgeber auch erst im moment des servierens bekanntgab. der andere deutsche kollege dankte mit verweis auf negativ-erfahrungen sofort ab. pflichtbewusst versprach ich daher, ein füßchen zu essen. in der kantine konnte ich dieser delikatesse ja noch ausweichen....
nachdem ich mich eine halbe stunde lang an leckerer ente, großartigen krabben, chinakohl und warmen litschis festgehalten hatte, war die minute der wahrheit gekommen.

fußbeschwörung, während von chinesischer seite der rat erfolgt: "stell dir einfach vor, es sei eine schweinshaxe, die isst man doch in deutschland gerne."

urteil: einmal war ok, ein zweites mal wird es nicht. aber um welten besser als hühnerfüße.
ich kann übrigens schon erstaunlich gut mit stäbchen essen. wie charmant dieses kompliment jetzt wirklich war, darüber rätsel ich noch.
Montag, 16. März 2009
Sonntag, 15. März 2009
cctv
auch mit internetanschluss in der wohnung schaue ich cctv.
weil das staatsfernsehen einen guten eindruck gibt über die themen, die das land bewegen.
anschließend darüber nachzudenken, warum welches thema nun wie lanciert wurde, hat sich zu einem einschlafritual entwickelt.
ein beitrag, der hängen blieb:
thema todesstrafe
keine leichte kost am abend. im vorstellungsgespräch zum medienbotschafter-programm wurde ich in die mangel genommen, ging es doch um meinen hintergrund als praktikantin bei amnesty international und nun um die teilnahme an einem völkerverständigungsprogramm.
die frage: "wollen sie nun also nach china, um dem ganzen ihre westlichen wertevorstellungen überzustülpen?", klang mir noch lange in den ohren nach. ich musste darlegen, was für mich menschenrechte sind. die todesstrafe kam auch zur sprache. also mal hören, was der staat zu sagen hat:
die zahl der vollzogenen todesstrafen in china sinkt. eine große zahl der urteile wird in eine lebenslange haftstrafe umgewandelt. dazu ein paar o-töne, einer mit einem offiziellen, der darlegt, wie tief die todesstrafe gesellschaftlich verankert und akzeptiert ist in china. "wir brauchen die todesstrafe, um schlimme straftaten zu verhindern."
der beitrag ist folglich wohl dazu da, den bestehenden status quo zu festigen-> lieber bürger, deine mitbürger wollen die todesstrafe, also muss sie gut sein.
jede dritte hinrichtung weltweit geht auf das konto chinas. damit ist china der traurige hinrichtungsweltmeister, wie amnesty im rahmen der kampagne "gold für menschenrechte" kurz vor olympia vermeldete. gleichwohl stimmt es sehr wohl, dass die zahl der staatlichen morde zurück geht, wenn auch langsam. grund dafür ist ein eine reform der gesetze. seit 2007 dürfen todesurteile nur noch nach prüfung und bestätigung durch den obersten gerichtshof in peking vollstreckt werden. damit will man der gefahr von justizirrtümern vorbeugen& so kam es tatsächlich zu einem rückgang. stand auch im amnesty-bericht (verlinken aus bekannten gründen nicht möglich), wurde aber von westlichen medien kurz vor olympia bewusst unter den tisch gekehrt, um die vorolympische anti-china-stimmung weiter hochkochen zu lassen. ausgewogene berichterstattung sieht anders aus. zu recht reagiert man in china auf solch einseitige stimmungsmache kühl. chinesische blogger (und auch chinesische journalisten) beschweren sich immer wieder darüber, dass man positive aspekte und erfolge chinas gerne mal unter den teppich kehrt. jede vollzogene todesstrafe ist natürlich eine zu viel, ein satz zur negativ-tendenz in westlichen medien wäre aber keiner zu viel, sondern ein nötiger gewesen.
gleichwohl wäre hier der punkt für journalisten in china, anzusetzen. wenn das möglich wäre in diesem land. was es bekanntlich in den etablierten medien nicht in dieser form ist. das die todesstrafe keine abschreckende wirkung hat und dieses argument sich damit in luft auflöst, ist aus der usa hinreichend bekannt. ich hoffe darauf, in den kommenden wochen mit dem chinesischen journalisten zusammen zu kommen, der mir die frage nach menschenrechten gestellt hat. die gegenfrage nach seiner meinung brennt mir nun umso mehr auf der zunge.
weil das staatsfernsehen einen guten eindruck gibt über die themen, die das land bewegen.
anschließend darüber nachzudenken, warum welches thema nun wie lanciert wurde, hat sich zu einem einschlafritual entwickelt.
ein beitrag, der hängen blieb:
thema todesstrafe
keine leichte kost am abend. im vorstellungsgespräch zum medienbotschafter-programm wurde ich in die mangel genommen, ging es doch um meinen hintergrund als praktikantin bei amnesty international und nun um die teilnahme an einem völkerverständigungsprogramm.
die frage: "wollen sie nun also nach china, um dem ganzen ihre westlichen wertevorstellungen überzustülpen?", klang mir noch lange in den ohren nach. ich musste darlegen, was für mich menschenrechte sind. die todesstrafe kam auch zur sprache. also mal hören, was der staat zu sagen hat:
die zahl der vollzogenen todesstrafen in china sinkt. eine große zahl der urteile wird in eine lebenslange haftstrafe umgewandelt. dazu ein paar o-töne, einer mit einem offiziellen, der darlegt, wie tief die todesstrafe gesellschaftlich verankert und akzeptiert ist in china. "wir brauchen die todesstrafe, um schlimme straftaten zu verhindern."
der beitrag ist folglich wohl dazu da, den bestehenden status quo zu festigen-> lieber bürger, deine mitbürger wollen die todesstrafe, also muss sie gut sein.
jede dritte hinrichtung weltweit geht auf das konto chinas. damit ist china der traurige hinrichtungsweltmeister, wie amnesty im rahmen der kampagne "gold für menschenrechte" kurz vor olympia vermeldete. gleichwohl stimmt es sehr wohl, dass die zahl der staatlichen morde zurück geht, wenn auch langsam. grund dafür ist ein eine reform der gesetze. seit 2007 dürfen todesurteile nur noch nach prüfung und bestätigung durch den obersten gerichtshof in peking vollstreckt werden. damit will man der gefahr von justizirrtümern vorbeugen& so kam es tatsächlich zu einem rückgang. stand auch im amnesty-bericht (verlinken aus bekannten gründen nicht möglich), wurde aber von westlichen medien kurz vor olympia bewusst unter den tisch gekehrt, um die vorolympische anti-china-stimmung weiter hochkochen zu lassen. ausgewogene berichterstattung sieht anders aus. zu recht reagiert man in china auf solch einseitige stimmungsmache kühl. chinesische blogger (und auch chinesische journalisten) beschweren sich immer wieder darüber, dass man positive aspekte und erfolge chinas gerne mal unter den teppich kehrt. jede vollzogene todesstrafe ist natürlich eine zu viel, ein satz zur negativ-tendenz in westlichen medien wäre aber keiner zu viel, sondern ein nötiger gewesen.
gleichwohl wäre hier der punkt für journalisten in china, anzusetzen. wenn das möglich wäre in diesem land. was es bekanntlich in den etablierten medien nicht in dieser form ist. das die todesstrafe keine abschreckende wirkung hat und dieses argument sich damit in luft auflöst, ist aus der usa hinreichend bekannt. ich hoffe darauf, in den kommenden wochen mit dem chinesischen journalisten zusammen zu kommen, der mir die frage nach menschenrechten gestellt hat. die gegenfrage nach seiner meinung brennt mir nun umso mehr auf der zunge.
dichter nebel
heute sollte es so weit sein, ein netter sightseeing-sonntag war eingeplant. mit dem neuen rad zur u-bahn radeln, ein bisschen durch die stadt flanieren...leider spielt das wetter nicht mit. wo gestern noch eitel sonnenschein herrschte, ist heute alles grau. regenwolken sind es definitiv nicht.
kettenraucher nach beijing, hier zu leben bedeutet pro tag ca. 70 zigaretten zu rauchen, völlig umsonst.
kaum hatte ich mich auf das rad geschwungen, tränten meine augen und so ging es nur bis zum nächsten restaurant für eine nudelsuppe. beim nächsten einkauf werde ich an den 10er-pack op-masken denken, die gibt es hier neben wattestäbchen und wattepads an jeder ecke.
mitte april werden ja schließlich die sandstürme aus richtung wüste erwartet. hoffentlich nicht so schlimm, wie 2006, als sich nur noch besonders wagemutige aus dem haus trauten.
es gibt durchaus auch tage mit blauem himmel. gestern nachmittag auf dem innenhof meiner wohnanlage:

so sieht der himmel heute aus, aufgenommen heute mittag um 13 uhr in der nähe der innenstadt:


auf dem ersten bild erkennt man recht gut die verschiedenen ebenen, auf denen der verkehr hier läuft. die stadt an sich ist flach, aber an jeder ecke eine brücke und eine unterführung. um die unmengen an verkehr zu bändigen, baut man einfach mehrere fahrbahnen übereinander.
im grunde ist orientierung durch die symetrische anordnung der schon angesprochenen ringe ganz einfach. so einfach, das ich heute nacht dem taxifahrer per zeichensprache den weg weisen konnte, obwohl wir am anderen ende der stadt waren.
immer den ring-abfahrten folgen, in meinem fall richtung "3. ring west", dort abfahren bis eine der brücken den richtigen namen hat.
an wochenende zwei konnte ich die sache mit dem verfahren und dem mangelnden orienterungssinn beim fahrrad schieben also wieder wett machen. hauptverkehrsadern gibt es in dieser stadt ohnehin nicht viele. einige wenige hauptstraßen scheinen bis ans ende der welt zu laufen und an die davon abgehenden seitenstraßen wird dementsprechend meistens beilu- nordstraße, nan- süd, dong- osten oder xi- westen angehangen. nur kleine straßen haben nochmal ihren eigennamen, aber die brauch man zur groben ortientierung und für den nachhause-weg nicht. eine symetrisch angelegte 15,5 millionen-metropole- ein punkt, der mich begeistert.
kettenraucher nach beijing, hier zu leben bedeutet pro tag ca. 70 zigaretten zu rauchen, völlig umsonst.
kaum hatte ich mich auf das rad geschwungen, tränten meine augen und so ging es nur bis zum nächsten restaurant für eine nudelsuppe. beim nächsten einkauf werde ich an den 10er-pack op-masken denken, die gibt es hier neben wattestäbchen und wattepads an jeder ecke.
mitte april werden ja schließlich die sandstürme aus richtung wüste erwartet. hoffentlich nicht so schlimm, wie 2006, als sich nur noch besonders wagemutige aus dem haus trauten.
es gibt durchaus auch tage mit blauem himmel. gestern nachmittag auf dem innenhof meiner wohnanlage:

so sieht der himmel heute aus, aufgenommen heute mittag um 13 uhr in der nähe der innenstadt:


auf dem ersten bild erkennt man recht gut die verschiedenen ebenen, auf denen der verkehr hier läuft. die stadt an sich ist flach, aber an jeder ecke eine brücke und eine unterführung. um die unmengen an verkehr zu bändigen, baut man einfach mehrere fahrbahnen übereinander.
im grunde ist orientierung durch die symetrische anordnung der schon angesprochenen ringe ganz einfach. so einfach, das ich heute nacht dem taxifahrer per zeichensprache den weg weisen konnte, obwohl wir am anderen ende der stadt waren.
immer den ring-abfahrten folgen, in meinem fall richtung "3. ring west", dort abfahren bis eine der brücken den richtigen namen hat.
an wochenende zwei konnte ich die sache mit dem verfahren und dem mangelnden orienterungssinn beim fahrrad schieben also wieder wett machen. hauptverkehrsadern gibt es in dieser stadt ohnehin nicht viele. einige wenige hauptstraßen scheinen bis ans ende der welt zu laufen und an die davon abgehenden seitenstraßen wird dementsprechend meistens beilu- nordstraße, nan- süd, dong- osten oder xi- westen angehangen. nur kleine straßen haben nochmal ihren eigennamen, aber die brauch man zur groben ortientierung und für den nachhause-weg nicht. eine symetrisch angelegte 15,5 millionen-metropole- ein punkt, der mich begeistert.
trendy o9

dieses chinesische mädchen führt ihn vor, den aktuellen modetrend. in sachen deutscher mode bin ich ja aktuell nicht im bilde, aber ich hoffe, dass man in der heimat keine brillen OHNE brillenglas trägt? links am bildrand ihr freund, gleiche rote brille, ebenfalls kein glas. wenn ich soche merkwürde brillen nicht schon häufiger entdeckt hätte, hätte ich es ja nicht glauben wollen.
ich überlege derzeit, einen ganz neuen trend zu setzen und mir eine schweißerbrille aufzusetzen, oder eine dieser versuchsbrillen, die man im chemie-unterricht immer tragen musste.
die verschmutzte luft hier schlägt sich seit einigen tagen auf meinen augen nieder. nicht jeder kann an seinen augenringen die smog-konzentration ablesen, ich kann es. dazu die windstärke und den trockenheitsgrad der luft in beheizten räumen. eine kühlende gelmaske und kosmetische hilfen wurden zur linderung der beschwerden schon herangezogen.
Samstag, 14. März 2009
mein neues klapprad...

...modell "moggy", erstanden zum schnäppchenpreis in der filiale einer großen französischen supermarktkette.
gerade aus dem laden rausgerollt, stelle ich fest, das der sattel ja viel zu niedrig zum fahren ist. im dunklen versucht ein taxi zu bekommen. nachdem taxifahrer 5 die mitnahme mit fahrrad verweigert musste ich den fast 1-stündigen fußmarsch durch den eisigen wind auf mich nehmen. weils ja eben dunkel war und ich sonst im bus über die brücke fahre, habe ich in der unterführung darunter zu allem überfluss auch noch die falsche ausfahrt genommen und 1km zuviel geschoben, die seitenstraße glich einfach zu sehr der hauptstraße.
statt tröstender worte kommt von väterlicher seite per e-mail später nur ein tadel: "hättest du mal besser aufgepasst, wie oft habe ich dir schon gezeigt, wie man einen sattel einstellt?"
das wollte ich so nicht auf mir sitzen lassen, war ich doch der festen meinung, dass werkzeug von nöten sei für so ein chinesisches fahrrad.
der mann in der autowerkstatt gegenüber hat heute morgen genau 2 handgriffe und kein werkzeug gebraucht. dafür hat die ganze werkstatt mich ausgelacht, wie ich mit dem rad so hilflos agerollt kam und wild gestikulierend auf den sattel deutete.
vor lauter wut auf moggy heute dann erstmal wieder der bus.
Mittwoch, 11. März 2009
surftipp
diese applikation wollte ich firefox-usern immer schonmal ans herz legen, von deutschland aus bestimmt ein netter zeitvertreib.
ein open-source projekt aus hong kong.
ein open-source projekt aus hong kong.
Montag, 9. März 2009
sprachblockade
was mein großes problem in den noch kommenden monaten sein wird, zeichnet sich jetzt schon ab: die sprachbarriere. ob auf dem innenhof der wohnanlage, im kleinen restaurant nebenan oder in bus& bahn (wo mir ständig ein platz ageboten wird. will ich den nicht annehmen, besteht man auch gerne mal vehement mit ausladenen handzeichen darauf)- als ansonsten sehr kommunikativer mensch tut es mir leid, nicht viel mehr sagen zu können, als "ich bin aus deutschland. ich heiße sonja. reis. hühnchen. danke. auf wiedersehenen."
chinesisch ist einfach zu schwer fuer mich.
nonverbal geht's natürlich auch mal. so geschehen am samstag nachmittag, als ein chinesischer junger mann, eingehüllt in eine schwere duftwolke, sich zu mir und den drei älteren männern an der bushaltestelle gesellte. sein riesiger blumenstrauß inklusive eng beschriebener roter papp-herzkarte und sein nervöses umherdribbeln ließen darauf schließen, das er sich der gunst seiner herzdame nicht wirklich sicher sein konnte. wir amüsierten uns per handzeichen jedenfalls prächtig über den armen kerl.
ohne worte verständlich sind leider auch plakate dieser art, die immer wieder meine aufmerksamkeit erregen:


das schwere erdbeben in der provinz sichuan im mai 2008 bleibt ein großes thema. was ich von den plakatmotiven an sich halten soll, weiß ich nicht. zu dramatisch, zu heroisch- oder eben doch angemessen...
chinesisch ist einfach zu schwer fuer mich.
nonverbal geht's natürlich auch mal. so geschehen am samstag nachmittag, als ein chinesischer junger mann, eingehüllt in eine schwere duftwolke, sich zu mir und den drei älteren männern an der bushaltestelle gesellte. sein riesiger blumenstrauß inklusive eng beschriebener roter papp-herzkarte und sein nervöses umherdribbeln ließen darauf schließen, das er sich der gunst seiner herzdame nicht wirklich sicher sein konnte. wir amüsierten uns per handzeichen jedenfalls prächtig über den armen kerl.
ohne worte verständlich sind leider auch plakate dieser art, die immer wieder meine aufmerksamkeit erregen:

das schwere erdbeben in der provinz sichuan im mai 2008 bleibt ein großes thema. was ich von den plakatmotiven an sich halten soll, weiß ich nicht. zu dramatisch, zu heroisch- oder eben doch angemessen...
randnotiz...
...ohne eigenen internetanschluss, mangels mitbewohner und ohne stereoanlage habe ich den abend vergangene woche oft mit dem fernsehen ausklingen lassen. mit dem einzigen englischen sender, der sich empfangen lässt, dem staatsfernsehen CCTV 9.
eine sendung namens "culture express" fand ich streckenweise ganz annehmbar. in sachen wirtschaftskrise muss sich china natuerlich ueberhaupt keine sorgen machen und wird sein 8 prozent-wachstum locker halten. sagt cctv. cctv bringt mich auch an die ohne zweifel spannenden geschichtlichen wurzeln des landes, fuer meinen geschmack nur mit einer unpassenden hintergrundmusik. weniger toene waren in diesem fall mehr. die werbepausen waren grauenhaft, da sie nur aus gefuehlten 2 spots bestehen, die alle viertelstunde wiederholt werden.
aufmerksam wurde ich dann aber auf einen der zahlreichen tibet-beitraege, die momentan im rahmen des von der regierung veroeffentlichten weissbuchs "50 jahre demokratische reform in tibet" die medienlandschaft bestimmen.
am ende des beitrags laueft eine mutter mit kind durch das bild, der sprecher kommentiert das leben der tibeter:their children are playing with modern toys like the teletubbies.
großartig, dass man neuerdings also sogar teletubbie-rucksäcke über den himalaya trägt.
aus der reihe "unnützes wissen speziell für diana, silv& vera":
im jahre 2002 hat der deal zwischen CCTV und der britischen BBC, der dem chinesisch staatsfernsehen die ausstrahlung der teletubbies zusicherte, für einigermaßen großes aufsehen gesorgt. so ganz einfach ging das schließlich ja auch nicht mit den tianxian baobao, musste mein deren tonfetzen erstmal ins hochchinesische übersetzen, in dem ein wort je nach tonhöhe ja auch mal vier bedeutungen haben kann. 2006 wollte man die teletubbies mal kurz zensieren, hat sich stattdessen aber den simpsons gewidmet.
*an dieser stelle hätte ich gerne entsprechend verlinkt, entsprechende meldungen sind aber den chinesischen zensoren in die hände gefallen*
Sonntag, 8. März 2009
wochenende nr.1....
was hatte ich mich auf mein erstes wochenende gefreut.
leider wurde es nur durchwachsen. an dieser stelle wollte ich euch eigentlich bilder des tian'men square während des volkskongresses präsentieren, zusammen mit einem bild eines neuen second-hand-fahrrads.
muss aber leider beides entfallen. den schönen frühlingstag heute musste ich nämlich in einer stickigen halle verbringen, um um ein neues handy zu feilschen. ein langfinger hat im bus mal schnell meine tasche geöffnet. alle anderen wertsachen waren in einer separaten innentasche, also alles relativ gut gegangen. hätte in deutschland ja auch passieren können, schiebe die schuld also nicht auf beijing.
jedenfalls entfiel infolge dessen auch der fahrradkauf, weil die beiden anderen deutschen journalisten hier und ich uns eigentlich per telefon verabreden wollten& ich ja noch nicht einmal über funktionierendes internet zuhause verfügte, um per mail.....BISHER. das ist nämlich dann doch der grund zur
freude: ein netter chinesischer anwalt hat mein netz ins laufen gebracht und mich an die welt angeschlossen. jetzt geht nicht mehr 50% meiner arbeitszeit für privates drauf& ich kann häufiger bloggen.
ansonsten stand essen gehen und der besuch eines merkwürdigen russischen clubs auf dem programm, zusammen mit kleineren erledigungen. das kommende wochenende soll besser werden....
leider wurde es nur durchwachsen. an dieser stelle wollte ich euch eigentlich bilder des tian'men square während des volkskongresses präsentieren, zusammen mit einem bild eines neuen second-hand-fahrrads.
muss aber leider beides entfallen. den schönen frühlingstag heute musste ich nämlich in einer stickigen halle verbringen, um um ein neues handy zu feilschen. ein langfinger hat im bus mal schnell meine tasche geöffnet. alle anderen wertsachen waren in einer separaten innentasche, also alles relativ gut gegangen. hätte in deutschland ja auch passieren können, schiebe die schuld also nicht auf beijing.
jedenfalls entfiel infolge dessen auch der fahrradkauf, weil die beiden anderen deutschen journalisten hier und ich uns eigentlich per telefon verabreden wollten& ich ja noch nicht einmal über funktionierendes internet zuhause verfügte, um per mail.....BISHER. das ist nämlich dann doch der grund zur
freude: ein netter chinesischer anwalt hat mein netz ins laufen gebracht und mich an die welt angeschlossen. jetzt geht nicht mehr 50% meiner arbeitszeit für privates drauf& ich kann häufiger bloggen.
ansonsten stand essen gehen und der besuch eines merkwürdigen russischen clubs auf dem programm, zusammen mit kleineren erledigungen. das kommende wochenende soll besser werden....
Freitag, 6. März 2009
die redaktion
die beijing rundschau.
die englische version erscheint sowohl online, als auch gedruckt. wir sind eine reine oline-redaktion, genauso wie die französische& die japanische abteilung.
beijing rundschau
zur arbeit an sich kann ich nach der ersten woche natürlich noch nicht allzu viel sagen. außer, dass ich mich wohl fühle in der kleinen redaktion und dem haus an sich. so wurden wir eben alle in den konferenz-raum gerufen, wo der jährliche kochwettbewerb stattfand. großartig, ein tisch-viereck voller leckerein, um das die komplette belegschaft im uhrzeigersinn wanderte. anschließend den bewertungsbogen ausfüllen und mit vollem magen zurück an den schreibtisch, so kann das weitergehen :)
gestern wurde hier in peking das politische großereignis des jahres eröffnet, der volkskongress tagt. im zeichen der wirtschaftskrise soll es diesmal sparsam zugehen. entstanden an arbeitstag 2 mit einer minikamera (nix lichtkoffer, stativ etc.) und der bitte: wir drehen ein video und du sollst sprechen.wie man hört und so mancher ja weiß nicht gerade meine stärke. wird besser, versprochen :)
Donnerstag, 5. März 2009
zwischensnack die erste.....
mein fünfter tag in peking ist angebrochen und bisher habe noch nicht viel mehr gemacht, als ständig zum supermarkt zu fahren (ein einkaufszettel hätte sicher die besuche 3-5 verhindern können) und zu arbeiten.die zeitumstellung tat ihr übriges, sodass ich um spätestens 22 uhr im bett lag, um um 3 uhr putzmunter zu bügeln (die erste elektronische anschaffung hier war nämlich ein bügeleisen, auf das sicher viele getippt hätten :)
gestern abend überkam mich dann doch die lust auf einen kleinen spaziergang in der stadt, wo ich die wangfujiang-snack-street wiederentdeckt habe, auf der ich damals die skorpione gegessen habe.
ob käfer, larven oder schlangen, dort findet man so ziemlich alles grillbare.entschieden habe ich mich diesmal für diesen stand:
neben den großen brüdern meiner kleinen skorpione, an die ich mich noch nicht so recht rantraute, gab es, wie man erkennen kann, hübsche seesterne. ich habe meinen freddy getauft und ihn in grillen lassen. sogleich sollte ich als fotomotiv herhalten& wollte natürlich auch eine erinnerung an freddy's und meine gemeinsame minuten. unser glück währte nämlich nicht lange. ein biss in seine zacken genügte, um in mir assoziationen an sportschuhe nach einem 10km-marathon zu wecken. also habe ich ihn weitergegeben, den kleinen seestern. was nicht heißen soll, dass man seesterne nicht essen kann. wir sind schließlich nicht nur durch unsere umgebung sozialisiert, sondern auch durch unser essen. wäre ich in einem anderen land aufgewachsen, könnte ich seesterne vermutlich sehr wohl schätzen.
ein gutes beispiel wurde uns während der china-vorbereitung gegeben. die dozentin reichte uns kleine coktailtomaten, während bilder von süßem an die wand projiziert wurden. ob die cocktailtomaten süß oder salzig schmecken, sollten wir beantworten. vor dem hintergrund der projektion war das nicht mehr eindeutig und die tomaten kamen mir plötzlich süß vor. das können sie auch durchaus sein, in china legt man sie beispielsweise auf geburtstagstorten. werde ich bei gelgenheit mal probieren. ich bin guter dinge, dass mir diese kombination schmeckt.
gestern abend überkam mich dann doch die lust auf einen kleinen spaziergang in der stadt, wo ich die wangfujiang-snack-street wiederentdeckt habe, auf der ich damals die skorpione gegessen habe.
ob käfer, larven oder schlangen, dort findet man so ziemlich alles grillbare.entschieden habe ich mich diesmal für diesen stand:
neben den großen brüdern meiner kleinen skorpione, an die ich mich noch nicht so recht rantraute, gab es, wie man erkennen kann, hübsche seesterne. ich habe meinen freddy getauft und ihn in grillen lassen. sogleich sollte ich als fotomotiv herhalten& wollte natürlich auch eine erinnerung an freddy's und meine gemeinsame minuten. unser glück währte nämlich nicht lange. ein biss in seine zacken genügte, um in mir assoziationen an sportschuhe nach einem 10km-marathon zu wecken. also habe ich ihn weitergegeben, den kleinen seestern. was nicht heißen soll, dass man seesterne nicht essen kann. wir sind schließlich nicht nur durch unsere umgebung sozialisiert, sondern auch durch unser essen. wäre ich in einem anderen land aufgewachsen, könnte ich seesterne vermutlich sehr wohl schätzen.
ein gutes beispiel wurde uns während der china-vorbereitung gegeben. die dozentin reichte uns kleine coktailtomaten, während bilder von süßem an die wand projiziert wurden. ob die cocktailtomaten süß oder salzig schmecken, sollten wir beantworten. vor dem hintergrund der projektion war das nicht mehr eindeutig und die tomaten kamen mir plötzlich süß vor. das können sie auch durchaus sein, in china legt man sie beispielsweise auf geburtstagstorten. werde ich bei gelgenheit mal probieren. ich bin guter dinge, dass mir diese kombination schmeckt.
Dienstag, 3. März 2009
mein neues heim....
peking ist- im gegensatz zu shanghai oder hong kong- symetrisch aufgebaut. die stadt wird durch fünf ringe (ringstraßen) gegliedert. so hat man auch als ortsunkundiger schnell eine grobe orientierung über entfernung und orte. ich wohne zwischen dem 3.& 4. ring, die gastredaktion befindet sich zwischen dem 2.& 3. ring. mein neues zuhause ist ein kleines apartment im westen der stadt, dem bezirk haidian.

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winnie pooh war da schon da, das möchte ich an dieser stelle betonen.hinter dem bären das highlight der wohnung, ich habe nämlich ein eigenes kleines ankleidezimmer. der schrank ist in die wand eingebaut und man kann bei genauem hinschauen die kleiderstangen erkennen, die an der decke befestigt sind und sich runterkurbeln lassen. praktisch nicht nur zum wäsche trocknen, die steht dann nämlich nicht mehr im raum rum. die couch sieht nicht nur gemütlich aus, sie ist es auch. das bad befindet neben der eingangstür rechts, also hinter der küche und ist birgt keine besonderheiten, aber eine westliche toilette. hier der ausblick aus dem ankleidezimmer:

in meinem wohnblock und drumherum scheinen keine anderen "ausländer" zu wohnen, was mir zusagt. hier falle ich tatsächlich noch auf und werde nicht selten lächelnd gegrüßt. englisch spricht keiner und so hängt mein leben momentan nicht am seidenen faden, sondern an einem karierten din a-4 zettel. auf den hat meine kollegin am ersten tag meine adresse in schriftzeichen notiert, zusammen mit der büro-adresse und den jeweils richtigen busnummern, um den supermarkt/ die redaktion zu finden. momentan bin ich nämlich noch nicht einmal in der lage, meine adresse auf chinesisch korrekt auszusprechen.kann ich diesen zettel in meiner tasche nicht binnen sekunden ertasten, stehen mir auch schon die schweißperlen auf der stirn.


winnie pooh war da schon da, das möchte ich an dieser stelle betonen.hinter dem bären das highlight der wohnung, ich habe nämlich ein eigenes kleines ankleidezimmer. der schrank ist in die wand eingebaut und man kann bei genauem hinschauen die kleiderstangen erkennen, die an der decke befestigt sind und sich runterkurbeln lassen. praktisch nicht nur zum wäsche trocknen, die steht dann nämlich nicht mehr im raum rum. die couch sieht nicht nur gemütlich aus, sie ist es auch. das bad befindet neben der eingangstür rechts, also hinter der küche und ist birgt keine besonderheiten, aber eine westliche toilette. hier der ausblick aus dem ankleidezimmer:

in meinem wohnblock und drumherum scheinen keine anderen "ausländer" zu wohnen, was mir zusagt. hier falle ich tatsächlich noch auf und werde nicht selten lächelnd gegrüßt. englisch spricht keiner und so hängt mein leben momentan nicht am seidenen faden, sondern an einem karierten din a-4 zettel. auf den hat meine kollegin am ersten tag meine adresse in schriftzeichen notiert, zusammen mit der büro-adresse und den jeweils richtigen busnummern, um den supermarkt/ die redaktion zu finden. momentan bin ich nämlich noch nicht einmal in der lage, meine adresse auf chinesisch korrekt auszusprechen.kann ich diesen zettel in meiner tasche nicht binnen sekunden ertasten, stehen mir auch schon die schweißperlen auf der stirn.
Montag, 2. März 2009
censored& der neuanfang
hier ist er nun, der neue blog!
die alte version unter http://staebchenrandblogging.wordpress.com
unterliegt unerwarteterweise chinesicher zensur und existiert hier nicht.
danke an anne, christian& sascha für eure kommentare, die ich weder lesen noch online stellen konnte. nett waren ja sicher :)
direkt am anfang möchte aber ungern das thema zensur anschneiden & beginne daher noch einmal von vorne...für alle neu hinzugekommenen:
den prolog mit "damals"-bildern gibt's noch immer unter der alten adresse.
die alte version unter http://staebchenrandblogging.wordpress.com
unterliegt unerwarteterweise chinesicher zensur und existiert hier nicht.
danke an anne, christian& sascha für eure kommentare, die ich weder lesen noch online stellen konnte. nett waren ja sicher :)
direkt am anfang möchte aber ungern das thema zensur anschneiden & beginne daher noch einmal von vorne...für alle neu hinzugekommenen:
den prolog mit "damals"-bildern gibt's noch immer unter der alten adresse.
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