lautet bekanntlich firmenspruch des kalifornischen imperiums.
google verhält sich nach unseren vorstellungen allerdings ganz und gar nicht so harmlos, sondern mutet mit seinen welteroberungs-plänen wie der teufel in person an. wissen wir ja alle. sogar die elektronische postverkehr via gmail wird abgescannt und passend dazu die werbung platziert, ungeheuerlich, wo bleibt denn da der datenschutz& trallala.
nun musste ich gezwungermaßen schon an tag 2 in der redaktion einen
gmail-account einrichten, was mir so gar nicht passte. aber im verlag wird eben gerne per google-chat kommuniziert, also legte ich mir die passende adresse zu und schrie innerlich auf, als ich die zu erwartende werbung erblickte.
um auf china zu kommen und
damit einen kleinen szene aus den blogger-interviews aufzugreifen: ich saß ganz schön verduzt da, als mir beide blogger erzählten, dass sie so ziemlich alle google-tools nutzen, die es gibt. vom kalender, über den feed-reader hin zum mail-postfach. passt doch gar nicht, google ist doch der daten-teufel schlechthin und daten sammeln in china, das muss doch extra böse sein?
passt doch. michael anti hat mir die erklärung gegeben....
ich fragte ihn zum abschluss des gespräches, welche ethik er sich denn nun von westlichen firmen wünscht, die in china investieren. zur erinnerung: microsoft sperrte seinen blog 2005, da er politische inhalte enthielt, die den zensoren sauer aufstoßen könnten. noch
bevor die zensoren den inhalt entdeckt hatten- um die geschäftliche basis im wachsenden chinesischen markt bloß nicht zu gefährden.
weitaus schlimmer handelte yahoo im gleichen jahr. yahoo hat durch die weitergabe von daten den chinesischen journalisten shi tao ins gefängnis gebracht. shi tao wurde zu 10 jahren gefängnis verurteilt, weil er über sein yahoo-postfach eine mail mit den arbeitsanweisungen der regierung zum bevorstehenden jahrestag des massakers auf dem platz des himmlischeen friedens an ausländische journalisten weitergeleitet hatte.
yahoo hatte also aktiv mit dem chinesischen staatsschutz kooperiert und die ip-adresse des online-dissidenten mal eben weitergereicht.
anti klärte nun darüber auf, warum microsoft, google& co in china trotzdem so beliebt sind, während man bei uns nichts mehr fürchtet als die werbung vom blumenhändler bei einer mail zum muttertag:
es gibt einfach keine alternativen. wenn westliche kommunikationsfirmen sich ganz aus dem chinesischen markt zurückziehen würden, wäre das der gau für die chinesische bevölkerung.denn als alternativen blieben nur noch chinesische dienste wie die suchmaschine "baidu.com" oder chinesische mail-services.
"without them chinese civil society would be totally lost. because of the lack of resources. even if those companies compromise with the authority, chinese people can accept that. this are the only tools for liberal people. the chinese companies are much more worse than that." unsere sorge vor personalisierter werbung im postfach wirkt gegen die sorgen der bevölkerung in ländern wie burma, nordkorea oder china wohl eher wie ein luxusproblem. aus reiner profitgier und sicher nicht aus gutmenschentum sind sie präsent, die westlichen firmen- und helfen damit sogar. ich vertrat bisher die meinung, dass moral und ethik höher hängen müssen, als der wunsch nach profit und kompromisse mit der regierung unverzeihlich sind. weil ich noch nie über die alternativen nachgedacht habe (das heißt nun aber nicht, dass ich auf einmal glaube, das kapitalismus die welt rettet! und meine krankenakte tippe ich auch sicher nicht bei google-docs ein. aber spezielle fälle erfordern ihre spezielle sichtweise.) kommt eben nur drauf an, von welchem rand des stäbchens man auf google& co blickt...um endlich mal erklären zu können, was diese sperrige blog-adresse soll :)