woran merkt man, dass man in china ist?genau, daran, dass nachts um 1.30 uhr ein LKW mit wanderarbeitern vorfährt, die dann ihre baustellenlampen auspacken und die nächsten zwei stunden den presslufthammer anwerfen. 50 meter neben den wohnhäusern.
oder daran: nichtsahnend liegt man auf der couch und plötzlich fallen schüsse. glaubt man, in wirklichkeit fallen nur die häuschen 500 meter weiter in sich zusammen und es war eine mini-sprengung.
entspannung ist nicht immer leicht zu finden. guter dinge habe ich nun mal etwas ganz profanes getan, nämlich meine nähere umgebung per fuß erkundet. und siehe da,auf der einen seite das paradies! ein park, den man park nennen kann. auch wenn das betreten des rasens verboten ist. und eine pagode, eine richtig schöne. jeden morgen fuhr ich bisher mit dem bus dran vorbei, jetzt mal in echt....
die pagode wurde 1576 zusammen mit einem tempel erbaut, der wurde aber kurz darauf während der qing-dynastie zerstört.
heimlich habe ich mich dann doch mit einem buch auf den rasen verzogen und den nachmittag auf diesem relativ ruhigen fleckchen beijings verbracht (5 großfamilien mit picknick-körben, einen chor und eine armee schreiender kleinkinder mit eltern ignorieren ist meine leichteste übung)...jedenfalls ärgere ich mich, dass ich nicht schon früher mal geschaut habe, wie dieser keine 10 gehminuten vom apartment entfernte park aussieht.der eingeschlagene weg zum park war ebenso unbekanntes terrain. normalerweise nehme ich nur die hauptstraße bis zur bushaltestelle. diesmal bog ich links ab und ging durch gassen, die das entwicklungsland offenbaren.
kleine garküchen, viel schmutz, viel chaos.


am ende der straße ein strenger geruch. schon im eingang der halle überall fliegen. ich konnte es erst nicht glauben, aber es gibt sie auch in beijing selbst noch, diese fleischmärkte unter extrem miesen hygiene-bedingungen. in der olympia-gesäuberten hauptstadt in einer "ordentlichen" gegend hätte ich SO nicht damit gerechnet.
in der schummrigen halle hing alles getier, dass man sich nur denken kann. tot und halbiert natürlich, dazu aquarien voller fische, gedärme auf dem boden und eben gestank. nichts für vegetarier. natürlich konnte ich dort nicht so ganz unbemerkt rumlaufen und nicht mehr bilder machen. die marktleute schauten nicht so freundlich. wegen des gestanks konnte ich auch nicht lächeln.

unwirklich daran ist, dass gegenüber des fleischmarktes gerade eine wohnsiedlung frisch hochgezogen wurde, die gut betuchtes publikum locken soll.

auch meine hausnachbarn kaufen sicher nicht dort ein. diese völligen kontraste in meiner nähe habe ich über 2 monate übersehen. der erste spaziergang mit meinem in 10 tagen aufschlagenden deutschen besuch wird durch das "alte china" gleich nebenan führen.

ich habe gerade meinen Joghurt aufgemacht, als ich über die Gedärme am Boden stolperte. Mh, Guten Appetit!
AntwortenLöschenso fleischhallen haben wir auch in Riga gesehen. marc hat die bilder davon gleich zu einem fleischkalender verwurstet (haha!) und ihn zu weihnachten verschenkt.
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